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Exzellenz aus der Mitte Hamburgs
Ausgefeilte Programme, internationale Kooperationen, Akademie, Nachwuchsförderung, Uraufführungen, Education und echte Kulturabende – der Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor Hamburg steht seit 25 Jahren als großer Hamburger Konzertchor für künstlerische Exzellenz.
Frauen in der Kunst
Der Wandel der Geschlechterverhältnisse und die Veränderung weiblicher Biografien sind zwei große Trends in den modernen Gesellschaften. Nie zuvor waren Frauen so sichtbar und (vordergründig) auch so erfolgreich wie heute. Auch in den Künsten hat ein Wandel stattgefunden. Dirigentinnen erobern die Führungspositionen in den Orchestern, Komponistinnen werden in die von Männern dominierten Konzertprogramme integriert, von "weiblichen" Führungsstilen ist die Rede. 
 
Der Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor Hamburg will sich diesem komplexen Feld Frauen in der Kunst deshalb gesondert widmen. Eine ganze Saison werden Frauenfiguren, Komponistinnen, Musikerinnen in ihrem Biografien und in ihrer Darstellung in der Kunst beleuchtet. Dabei begegnen wir Frauenbildern und -figuren, die in den patriarchalen Denksystemen und der von Männern dominierten Lebenswelt unserer Kultur entstanden sind. Wer war Eva? Mit welchen stereotypen Vorstellungen haben wir im tradierten Maria-Bild zu tun? Mit welchen Vorurteilen der mittelalterlichen Welt wird Jeanne d'Arc konfrontiert? Hält sich das Narrativ "weiblicher" Musik? Mit welchen Schwierigkeiten leb(t)en Komponistinnen? Und wie schlagen sich Stereotype in von Männern komponierter Musik nieder? 
 
Diese Saison kann nur ein kleiner Beitrag sein und in keinster Weise Vollständigkeit beanspruchen. Zu groß und zu weitläufig ist das Feld. Aber wir können Impulse setzen, Anregungen geben und uns in der Musik auf die Suche nach Antworten machen. Wir freuen uns, wenn Sie sich mit uns auf diese Reise begeben. 
Jeanne d 'Arc

Johanna von Orléans ist 19 Jahre alt, als sie  nach ihren sehr erfolgreichen Feldzügen – in Männerrüstung für die Franzosen im hundertjährigen Krieg kämpfend - schließlich von den Burgundern gefangen genommen, an England ausgeliefert und zum schrecklichen Foltertod auf dem Scheiterhaufen verurteilt wird. Zur Nationalheldin stilisiert ist sie in den meisten Lesarten in erster Linie starke Widerstandskämpferin gegen die Obrigkeiten, die sie gefangen nehmen und foltern, und französische Volkstribunin, die voll Überzeugung gegen eine Übermacht antritt und sich auch im anschließenden Verhör fest und standhaft erweist. Aber wird das dieser Figur in ihrer Vielschichtigkeit gerecht? Ist sie nicht vielleicht doch eher ein verrücktes, fanatisch-religiöses Kind? Woher kommen die Stimmen, die sie hört? Überdeckt ihre Stärke nicht eine zarte, verletzliche und unsichere Seite?  Johanna scheint mehreres in sich zu verkörpern, Überzeugung und Zerrissenheit, religiösen Fanatismus und geistige Verwirrung, Mann und Frau, Verunsicherung und Standhaftigkeit, Heldin und gebrochene Verliererin. Das macht diese Frau so überaus interessant,  dass sich viele KünstlerInnen immer wieder mit ihr auseinandersetzen. 

Eröffnungskonzert CPE Bach-Fest 2024
©Frank Höhler

Stürmisch und empfindsam geht es dieses Jahr mit dem Eröffnungskonzert in die zweite Runde des Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Festes Hamburg.
Der in New York und Dresden lebende Jan Vogler gilt seit Jahren als einer der renommiertesten Cellisten der Welt. Er wirkt zudem als innovativer Intendant der Dresdner Musikfestspiele und der Musikfestspiele Schloss Moritzburg. Die Dresdner Kapellsolisten, bestehend vor allem aus Mitgliedern der Sächsischen Staatskapelle Dresden, gelten weltweit als eines der führenden Kammerorchester. Neben der Wiener Klassik widmen sie sich mit großer Leidenschaft insbesondere dem überreichen Schatz der Musik des Dresdner Hofes. Hansjörg Albrecht, Dirigent, Konzertorganist, Cembalist und Visionär, gilt international vor allem als Spezialist für Bach und die opulente Musik des 18. Jahrhunderts. Er ist künstlerischer Leiter der CPEB-Akademie, des CPEB-Chores und des CPEB-Festes Hamburg. Alle Angaben zum Konzert finden Sie hier.